Die Geschichte und Politik von Ungarn

Ab dem 1. Jahrhundert vor Christus war das heutige Ungarn ein Teil der römischen Provinzen Dakien und Pannonien und war somit schon recht früh besiedelt. Ab dem Ende des 10. bis zum 13. Jahrhundert entwickelte sich das ungarische Reich zu einer der führenden Mächte in Europa. In den nächsten Jahrhunderten wechselten sich kriegerische Auseinandersetzungen mit einer blühenden Wirtschaft und Kultur ab. Die höchste Blüte erlebte Ungarn unter Matthias Corvinus, der im Jahre 1458 zum König von Ungarn gekrönt wurde. Während seiner Regentschaft übernahm er die Kontrolle über Österreich von den Habsburgern und verlegte daraufhin seinen Hof nach Wien. Weitere Gebietsgewinne sorgten dafür, dass Ungarn für eine sehr kurze Zeit das mächtigste Königreich in Mitteleuropa war.



Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert stand Ungarn dann unter der Herrschaft der Türken und der Habsburger und wurde im Jahre 1849 nach vielen erbitterten Freiheitskämpfen unabhängig. Ab 1918 gehörte Ungarn dann zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie. Ungarn war im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter der Achsenmächte und wurde im März 1944 nach einem Friedensangebot der Alliierten von deutschen Truppen besetzt. In der Folge wurde eine Diktatur errichtet und die provisorische Regierung der Sowjetunion führte eine umfangreiche Bodenreform durch. Hierbei wurden viele große Ländereien des Adels und der Kirche konfisziert. Im Jahre 1946 wurde Ungarn die kommunistische Republik Ungarn und im Jahre 1948 wurde die Volksrepublik Ungarn ausgerufen. Im Jahre 1956 gab es eine wichtige antisowjetische Revolution und in den 1980er Jahren starteten umfangreiche politische und gesellschaftliche Reformen. So wurde im Oktober 1989 die demokratische Ungarische Republik ausgerufen und es fanden die ersten freie Wahlen statt. Im Jahre 1990 trat Ungarn dem Europarat bei und ist seit dem 1. Mai 2044 ein Mitglieder der EU.