Die ungarische Badekultur
Neben der ausgeprägten osmanisch-türkischen Badekultur, die man besonders in Budapest zu spüren bekommt, haben die Ungarn selbst auch eine Badekultur, die allerdings erst zum Ende des 19. Jahrhunderts begann. Die ungarische Badekultur ist jedoch nicht mit der pompösen Planscherei der gehobenen Gesellschaft der Türken zu vergleich, jedoch war es damals in Budapest recht schick geworden, baden zu gehen. Das Heilbad und Hotel Gellert war eine der ersten Institutionen, in denen man dieses Lebensgefühl ausleben konnte. In die Schwimmhalle gelangt man durch eine pompöse Eingangshalle mit Marmorsäulen und Statuen. Die Halle verfügt über ein walzenförmiges Glasdach, dass bei schönem Wetter geöffnet wird. Hinter dem Schwimmbad befindet sich ein großes Areal mit einem Freibad, in dem sich Steinputten, Grotten, Säulen und mehrere Bassins befindet.
Hier befindet sich auch das erste Wellen-Bade- Becken Europas, dass im Jahre 1927 eröffnet wurde. Allerdings befinden sich die wahren Heiligtümer dieser Therme ganz woanders. Die Thermalhalle erreicht man über Eingänge, die nach Geschlechtern getrennt sind, und von dort aus in die Umkleiden. Hier kann man traditionell einen Lendenschurz anziehen oder aber auch Badehose oder Badeanzug. Dann gelangt man in die eigentliche Thermalhalle mit großen halbmondförmigen Becken. Das Quellwasser hat eine durchschnittliche Temperatur von 38 Grad Celsius und fließt mit lautem Getöse aus den Mäulern von drei grünen Fratzen. An den Wänden kann man sich von Mosaiken im Jugendstil, kombiniert mit ungarischer Volkskunst und orientalischen Elemente verzaubern lassen. Aufgrund der Architektur kann man hier Rundgänge durch die einzelnen Zonen machen. Dampfbad, kaltes Fachbecken und die unterschiedlich temperierten Thermalwassern, Massage und eine Dusche laden nacheinander zum entspannen und wohlfühlen ein.
