Die geschichtliche Entwicklung Ungarns vom 16. bis 19. Jahrhundert

Aufgrund von Erbverträgen wurde im Jahre 1526 der habsburgische Ferdinand der Erste zum König von Ungarn gewählt. Allerdings erstreckte sich seine Herrschaft nur auf einen sehr schmalen Gebietsstreifen, der das nordwestliche Kroatien und die ungarischen Gebiete bis zum Plattensee. Unter türkische Herrschaft kam das Kernland und Siebenbürgen. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts konnte sich das Luthertum und der Calvinismus in Ungarn immer mehr durchsetzten.



Im 17. Jahrhundert führten gegenreformische Bestrebungen der Habsburger zu einem Zusammenschluss des oppositionellen, protestantischen Adels. So konnte man mit Unterstützung der Türken und Siebenbürgen das habsburgische Königtum stürzen. Allerdings konnten die Habsburger im großen Türkenkrieg von 1683 bis 1699 trotz der starken innerungarischen Opposition fast ganz Ungarn und Siebenbürgen erobern. Anfang des 18. Jahrhunderts scheiterte der Versuch von Fürst Franz II Rákóczi von Siebenbürgen ein unabhängiges nationales Königtum zu errichten. Die Wiederbesiedlung des durch die Türkenherrschaft und der vielen Kriege inzwischen völlig entvölkerten Landes begann unter König Karl dem Dritten. Vor allem Deutsche, die Donauschwaben, wurden in Batschka und im Banat angesiedelt. Allerdings kamen auch viele Serben, Kroaten, Rumänen und Slowaken ins Land und wurden hier ansässig. Maria Theresia gelang es im österreichischen Erbfolgekrieg, den ungarischen Adel für das Habsburger Königtum zu gewinnen. Das im Jahre 1804 neu geschaffene Kaisertum Österreich erstreckte sich nun auf Ungarn. So stand Ungarn auf der Seite der Habsburger während der Napoleonischen Kriege. Kossuth gewann nach der Julirevolution im Jahre 1830 vermehrten Einfluss, sodass er der Antreiber der Revolution von 1848 in Ungarn wurde. Weitreichende Selbständigkeit wurde Ungarn allerdings erst nach der Niederlage Österreichs im Deutschen Krieg von 1866 zugesprochen.