Ungarn im 20. Jahrhundert

Am 16. November 1918 wurde nach dem Thronverzicht von König Karls dem IV. die Republik Ungarn ausgerufen. In der Folge schlossen sich die Slowaken, Kroaten, Bosnier und Rumänen den bereits bestehenden oder sich neu gebildeten Nachbarstaaten an. Ungarn verlor im Jahre 1920 im Frieden von Trianon mehr als 60 Prozent der Staatsgebiete. Im Jahre 1921 versuchte König Karls vergeblich wieder an die Macht zu gelangen und im Jahre 1923 trat Ungarn dem Völkerbund bei. Einen Freundschaftsvertrag mit Italien schloss man 1929 und 1929 auch mit Polen.



Im Jahre 1932 lehnte sich Ungarn unter Ministerpräsident Gömbös an das nationalsozialistische Deutschland an und durch die Wiener Schiedssprüche der Achsenmächte erfolge die Rückgabe eines Teils der durch Trianon verlorenen Gebiete. Im Jahre 1940 schloss sich Ungarn dem Dreimächtepakt an und 1941 trat Ungarn zusammen mit Deutschland in den Krieg gegen die UdSSR. Die Besetzung von deutschen Truppen erfolgte 1944 und nach monatelanger Belagerung fiel Budapest im Jahre 1945 an die Russen. Die einstigen Staatsgrenzen von 1938 erhielt Ungarn im Frieden von Paris im Jahre 1947 zurück. Die Kommunisten errangen mit russischer Unterstützung in der Regierung die Vorherrschaft und 1949 trat eine volksdemokratische Verfassung, bei der man sich an der Sowjetunion orientierte, in Kraft. Zwischen dem Staat und der katholischen Kirche kam es zu schweren Konflikten und im Oktober 1956 zu einem Volksaufstand. Der Aufstand brach im November 1956 zusammen und 1958 begann man mit der Kollektivierung der Landwirtschaft. Die ersten Wirtschafsreformen fanden unter János Kádár statt und im Jahre 1987 bildeten sich Oppositionsgruppen, die für einen friedlichen Systemwechsel einstanden. Somit öffneten sich die Grenzen nach Österreich und es fiel schließlich der Eisern Vorhang. Dabei hatte Ungarn einen entscheiden Anteil an der politischen Wende in den ehemaligen Ostblockstaaten. Dabei ist und war Ungarn sehr stark westlich orientiert, was sich durch den Beitritt zur NATO im Jahre 1990 und dem beitritt zur EU im Jahre 2004 ganz deutlich zeigt.