Budapest Badehäuser

Die Thermalquellen und Bäder in und um Budapest ziehen seit Jahrhunderten Kranke und Erholung Suchende wie magisch an. Schon die Römer und nach ihnen die Türken brachten der Bevölkerung Ungarns ihre Badekultur nahe und forcierten den Bau verschiedener Bäder, die zum Teil heute noch erhalten sind. Als Kurstadt erfreut sich Budapest heutzutage eines ausgezeichneten Renommees. Die Bäder bieten nicht nur mineralstoffreiches Wasser zur äußeren und inneren Anwendung - sie sind auch architektonisch höchst interessant. Die drei bekanntesten und interessantesten Bäder stellen wir Ihnen gleich jetzt vor.



Das berühmteste unter den Thermalbädern Budapests ist wohl das Gellért-Bad, das 1918 zusammen mit dem Gellért-Hotel am Fuß des Gellért-Berges direkt am Donauufer errichtet wurde. Die Quellen dieses Bades werden jedoch bereits seit dem 13. Jahrhundert genutzt. Das sehr große Bad überstand den Zweiten Weltkrieg beinahe unbeschadet, so dass es heute bis auf einige Modernisierungen genauso aussieht wie zur Zeit seiner Erbauung. Im Stil der Sezession erbaut verbindet es Mosaike und Säulen, schwungvolle Linien und Jugendstilelemente in verschwenderischer Pracht. Das Bad verfügt über ein Hauptbecken, eingerahmt von hohen Säulen und mit einem Dach versehen, das man im Sommer öffnen kann. Das Außenbecken war bei der Eröffnung eine Sensation, handelte es sich dabei doch um das erste Wellenbad der Welt! Die Schwimmbecken im Innen- und Außenbereich sind gemischt zu nutzen, ganz im Gegensatz zu anderen Bädern Budapests, in denen es teilweise sogar unterschiedliche Öffnungszeiten für Männer und Frauen gibt. Die Thermal- und Dämpfbäder sind nur nach Geschlecht getrennt zu betreten. Dort kann man verschiedenste Dampfbäder und Saunen ausprobieren, aber auch medizinische und kosmetische Behandlungen werden im großen Umfang angeboten. Das Gellért-Bad hat sich auf die Betreuung ausländischer Gäste eingestellt. Einige Angebote sind auf Touristen und ihren meist engen Zeitplan ausgelegt, Hinweisschilder mehrsprachig aufgestellt. Unbedingt beachten: ein Thermalbad ist nicht zu verwechseln mit einem deutschen Sport- und Freizeitbad. Schreien, Rennen, Planschen und fast alles, was vor allem Kindern Spaß macht, ist nicht erlaubt. Wer im Hauptbecken schwimmt, sollte eine Badekappe tragen und sich vor allem an die vorgegebene Schwimmrichtung halten.

Da das Gellért-Bad in jedem Reiseführer erwähnt und als absolutes Muss angepriesen wird, meiden Einheimische dieses Bad und gehen lieber in preisgünstigere Einrichtungen wie beispielsweise das Szechenyi-Bad. Dieses 1913 erbaute Bad befindet sich im Stadtwäldchen und ist gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Hier gibt es die heißesten Thermalquellen Budapests. Das Gebäude bezaubert durch hohe Räume, Stuck, Gewölbedecken und liebevolle Details. Die Außen- und Innenbecken verfügen über unterschiedliche Wassertemperaturen und werden nach und nach renoviert. Wie in fast allen Bädern gehören auch Massagen und medizinische Anwendungen zum Repertoire der Mitarbeiter. Männer und Frauen baden hier getrennt voneinander. Übrigens: vor allem im Winter trifft man hier Schachspieler, die hier gleich zwei ihrer Leidenschaften nachgehen, Baden und Schach auf schwimmenden Brettern spielen.

Interessant dürfte auch ein Besuch im Rudas-Bad werden, das wie auch das Gellért-Bad direkt an der Donau am Fuß des Gellért-Berges liegt. Es wird auch Grünes Säulenbad genannt und existiert bereits seit 1550. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es immer wieder erweitert, modernisiert oder umgebaut. Das Thermalbad selbst ist jedoch weitgehend unverändert geblieben und sieht heute noch so aus, wie es von den Türken errichtet wurde. Es gilt als das älteste und schönste der noch aus der türkischen Besatzungszeit erhaltenen Bäder. Lange Zeit war Frauen der Zutritt zu diesem Bad verboten, das als Treffpunkt für Journalisten und Politiker galt. Architektonisch erinnert es mit seiner Kuppel und dem Lichtdom an einen Hamam. Seit seiner Renovierung im Jahr 2004 ist es auch Frauen und sogar Familien an bestimmten Tagen gestatten, dort zu baden. Übrigens: in den letzten Jahren fanden im Rudas-Bad immer wieder so genannte Cinetrip-Partys statt. Bei diesen Parties dient das Bad seinem ursprünglichen Zweck: der Unterhaltung. Entsprechend dieser Maxime treffen sich seit 1998 immer wieder Musiker und DJs im Rudas-Bad, um dort zu spielen bzw. aufzulegen. Zum Teil werden diese Performances durch alte Stummfilme oder Videos untermalt. Ein ganz besonderes Multimedia-Vergnügen in entspannter Atmosphäre, das man nicht verpassen sollte!

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