16. bis 19. Jahrhundert
Sobald die Schlacht bei Mohács 1526 gewonnen war, überließen die Osmanen den ungarischen Thron den Habsburgern. Bis zum Jahr 1541 trennte sich das Fürstentum Siebenbürgen in einem Bürgerkrieg von Ungarn, stand aber wie auch die mittelungarischen Gebiete unter türkischer Oberherrschaft. Das heutige Ungarn war 1541 von den Türken besetzt und zur Provinz des Osmanischen Reichs erklärt worden.
Die Aufteilung des ehemaligen ungarischen Königreiches unter den Türken und den Habsburgern verkleinerte das Staatsgebiet Ungarns ungemein: unter der Bezeichnung "Königliches Ungarn" gehörten Teile des einst so großen und mächtigen Staates nun zu Wien und waren zu einer Provinz degradiert worden. Formal wurden von nun an die Habsburger Herrscher als ungarische Könige gekrönt. Hinter den Kulissen kam es jedoch immer wieder zu erbitterten Kämpfen zwischen den Türken und den Habsburgern um die Oberhand in Ungarn. Die Auseinandersetzungen endeten damit, dass das Haus Habsburg die von den Türken besetzten Gebiete bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts zurückeroberte. Innenpolitische Spannungen traten im 18. Jahrhundert auf, als sich die Ungarn im Kuruzenaufstand 1703-1711 gegen die harte politische Hand der Habsburger zur Wehr setzten. Nach einer kurzen Zeit der Ruhe erwachte jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts das Nationalbewusstsein der Ungarn, was neue Unruhe und Aufstände hervorrief: das Ungarische ersetzte zum Beispiel das Lateinische als Staatssprache, 1848 folgte eine Revolution, in deren Verlauf die Entthronung des Hauses Habsburg und die Unabhängigkeit Ungarns verkündet wurde. Auf diesen Affront folgten blutige Kämpfe, Unterdrückung und die Hinrichtung der Revolutionsführer.
Erst unter Franz Joseph I. erfolgte der Ausgleich der Habsburger mit Ungarn und verbunden damit eine Stärkung der Position von Ungarn in der k.u.k. Doppelmonarchie. Maßgeblich daran beteiligt war Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sisi, die den Ausgleich auch gegen den ausdrücklichen Willen Ihrer Schwiegermutter und des Großteils des Adels durchsetzte. Das ungarische Volk dankte es ihr mit einer bis heute andauernden Verehrung.
