1900 bis 1945

Nach Ablauf der Frist, die im Ausgleich festgesetzt worden war, wurde Ungarn 1918 zunächst als demokratische Republik wieder errichtet. Ihr erster Präsident war Mihály Károlyi. Allerdings wurde Ungarn nach dem 1. Weltkrieg als Nachfolgestaat der k.u.k. Monarchie angesehen und wurde dementsprechend zur Zahlung von Reparationen verpflichtet - eine große Belastung für die junge Republik. Dem damaligen politischen Trend folgend versuchte man auch im Ungarn von 1919, eine Räterepublik nach russischem Vorbild aufzubauen. Nach dem Scheitern des Versuchs war ein deutlicher Ruck hin zu einem konservativen, autoritären Staat spürbar. Trotz allem war Ungarn zumindest offiziell noch eine Monarchie, die vom Reichsverweser Miklós Horthy regiert wurde. Die Reparationszahlungen wurden auf 33 Jahre Abzahlungsdauer angesetzt, Ungarn verlor einen Großteil seines Staatsgebietes und musste sein Heer auf 32.000 Mann beschränken.



Wirtschaftliche Krisen und geschickte Propaganda führten zur politischen Annäherung Ungarns an die Nationalsozialisten Deutschlands und zur Teilnahme des Landes am Zweiten Weltkrieg. War die Begeisterung darüber 1941 noch groß, entdeckten Teile der ungarischen Regierung doch bald ihr schlechtes Gewissen und nahmen Kontakt mit den Alliierten auf. Daraufhin wurde nun Ungarn 1944 von deutschen Truppen besetzt und eine neue, Nationalsozialisten-freundliche Regierung unter Döme Sztójay gebildet. Die Folgen waren grausam: Eilgesetze entrechteten alle Juden vollständig, die ihrerseits nun massenhaft in die Vernichtungslager deportiert wurden. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden mehr als 437.000 Menschen in den sicheren Tod geschickt, bis Reichsverweser Horthy im Juli 1944 die Deportation aufgrund von Protesten aus dem Ausland vorerst einstellen ließ. Das war auch für Horthy das politische Aus in Nazi-Deutschland: Mitte Oktober wurde er gestürzt, die Macht übernahm die faschistische Bewegung der Pfeilkreuzler. Da das Zugnetz die Massen an Deportierten, die ab diesem Zeitpunkt verbracht wurden, nicht mehr bewältigen konnte, kamen Tausende bei Todesmärschen ums Leben. Aber auch wer im Ghetto in Budapest blieb, war seines Lebens nicht sicher.

Ungarn


Im Oktober 1944 wurden Teile Ungarns bereits von der Roten Armee besetzt. Bis Anfang Februar wurde die ungarische Hauptstadt durch sowjetische Streitkräfte belagert, die versuchten, die eingeschlossenen deutschen und ungarischen Truppen zum Aufgeben zu zwingen. Ergebnis dieser Strategie waren große Zerstörungen in Budapest, die Tötung von 38.000 Zivilisten und die Sprengung sämtlicher Brücken der Stadt. Am 18. Januar 1945 wurde nun auch das Budapester Ghetto von der Roten Armee befreit. Die letzten Kampfhandlungen in Ungarn fanden am 4. April 1945 statt.

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