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Flora und Fauna in Ungarn

Ungarns Flora und Fauna – Ein Paradies für Naturliebhaber

Ungarn besticht durch eine unglaublich vielseitige Flora und Fauna, die größtenteils noch vollkommen intakt ist und ist ein Paradies für Naturliebhaber. In den Wäldern Ungarns leben unter anderem Hirsche, Wildschweine, Rehe und Füchse, während man im Tiefland auf Wachteln, Rebhühner, Hasen und Fasane trifft.


Am besten kann man die Natur des Landes in einem der zahlreichen Nationalparks erkunden. In Ungarn sind über 2000 verschiedene Pflanzenarten und mehr als 40 000 Tierarten, die überwiegend mitteleuropäischer Art sind, beheimatet, wobei 535 Pflanzenarten und 855 Tierarten unter Naturschutz stehen. Zu den geschützen Pflanzenarten gehören zum Beispiel die in der Nyírség-Gegend beheimatete ungarische Windblume, die mediterrane Nieswurz und die wilde Pfingstrose im Hügelland vom Mecsek.

Die ungarische Puszta – eine der ältesten Kulturlandschaften der Welt

Im Osten trifft man auf die ungarische Puszta, auch Große Tiefebene oder Alföld genannt. Sie erstreckt sich zwischen der östlichen Grenze Ungarns und der Donau und zählt zu den ältesten Kulturlandschaften des Landes. In Ungarns unberührten Puszta-Gebieten mit ihren Steppen, Wäldern, Wiesen, Mooren, Sümpfen und Auen ist die ursprüngliche Pflanzen- und Tierwelt bis heute weitestgehend erhalten geblieben.

Der Nationalpark Hortobágy, der bereits 1973 gegründet wurde, ist mit einer Fläche von 82000 Hektar das größte Pusztagebiet Ungarn. Dieses Naturparadies, das 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, gehört zu den wichtigsten Europas. Das Bild der Landschaft wird bestimmt durch seit Urzeiten hier beheimatete ungarische Haustiere wie Zackelschafe, Graurinder, Wollschweine, Nonius Pferde, Wasserbüffel und Hirtenhunde. Die Tierhaltung wird bis heute im traditionellen Stil betrieben. Ausreichend Lebensraum haben hier auch Großtrappen, Sandlerchen, Zwerggänse und seltene Zugvögel, wie das Blässhuhn, Kormorane, Seeadler und Kraniche gefunden.

Im Nationalpark Körös-Maros, der sich in der südöstlichen Tiefebene Ungarns befindet, trifft man auf einzigartige zoologische und botanische Raritäten. Dazu gehören zum Beispiel die seltenen Großtrappen und die Westblindmaus, die unter strengem Schutz steht. Weitere seltene Tiere wie der Steppenfalter und der Schmetterling „Haarstrangwurzeleule“ sind hier ebenfalls zu beobachten. Teppiche von blühenden Gewitterblumen überziehen den Nationalpark. Gefährdete Pflanzen wie der nickende Salbei oder das Siebenbürger Adonisröschen sind nur hier anzutreffen.

Ein Vogelparadies ist der Theiß-See, Ungarns größter künstlicher See. Er bietet bedrohten Pflanzen und Tieren auf einer Fläche von 127 Quadratmetern ein sicheres Zuhause. Die Graugans, der Waldgeier, die Flußscharbe und der Silberreiher sind hier genauso beheimatet wie mehr als fünfzig verschiedene Fischarten und Biber. Außerdem befindet sich hier das größte Seerosenfeld Europas. Der Mammutbaum und die Scheinzypresse wachsen aufgrund des milden Klimas an den Ufern des Theiß-Sees.

Flora und Fauna an der Donau, der Lebensader Ungarns

Das Donauknie, auch ungarische Wachau genannt, ist ein romantisches Naherholungsgebiet, welches sich am Bogen der Donau, Ungarns Lebensader, befindet. Es liegt eingebettet im Duna-Ipoly Nationalpark. Bis zu 950 Meter hohe Berge und majestätische Wälder laden zu unvergesslichen Wanderungen ein. Hier sind einzigartige Naturerlebnisse vorprogrammiert. Das Donauknie ist für viele Tier- und Pflanzenarten ein natürlicher Lebensraum. Im Duna-Ipoly Nationalpark, der 1997 errichtet wurde und über eine Fläche von 60.134 Hektar verfügt, kann man viele interessante Pflanzen und Tiere, die unter Naturschutz stehen, beobachten. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Primelarten, der Echte Seidelbast, Rothirsche, Mufflons, Fischotter, Seeadler, Schwarzstörche und Feuersalamander.

Fauna Ungarns

Fauna Ungarns ©iStockphoto/Digoarpi

Der Plattensee und der Nationalpark Kis Balaton – Heimat geschützter Pflanzen- und Tierarten

Auch der Plattensee, der in Westungarn liegt, beherbergt viele seltene und geschützte Pflanzen- und Tierarten. Hier konnte sich die heimische Fauna und Flora ihre Lebensräume weitgehend erhalten. Zu den geschützten Pflanzenarten gehören unter anderem der Wollige Fingerhut, die Fliegen-Ragwurz und die Adriatische Riemenzunge. Seltene Vogelarten wie der Seidenreiher oder die Zwergohreule haben hier eine Heimat gefunden. Aber auch der Fischotter und der Biber sind am Plattensee anzutreffen. Im Plattensee gibt es mehr als 50 Fischarten, darunter Welse, Blei, Aal, Güster, Amur, Hecht, Karpfen, Schleie und der berühmte Balton-Zander. Das Büffelreservat bei Kápolnapuszta ist eine Besonderheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Nationalpark Kis Balaton befindet sich südwestlich des Balaton und ist Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen und Vögel. Das naturbelassene Naturschutzgebiet bietet botanische Seltenheiten wie fast ausgestorbene Pflanzenarten und Libellen. Ausflüge in bestimmte Gebiete des Nationalparks sind nur unter fachkundlicher Führung gestattet, da hier zahlreiche geschützte Pflanzen-, Fisch-, Reptilien- und Vogelarten leben.

Fauna und Flora im Alpenvorland Ungarns

Im Alpenvorland Alpokalja in Westungarn nahe der österreicherischen Grenze bestimmen weite Laubwälder, Tannenwälder, glasklare Flüsse und Seen sowie Gebirgsketten das Landschaftsbild. Der Neusiedler See, der seit dem Jahre 2001 Teil des Weltkulturerbes ist und zum Nationalpark Fertő-Hanság gehört, ist der westlichste Steppensee Europas. Hier kann man Adlerbussarde, Großtrappen, Kaiseradler, Teichwasserläufer und andere seltene Vogelarten in unberührter Natur beobachten. Wasserbüffel und Graurinder sind hier ebenfalls anzutreffen. Das Soproner Gebirge bietet Lebensraum für viele seltene und geschützte Pflanzen und Tiere, die hier seit etlichen Jahrhunderten eine Heimat gefunden haben. Aufmerksamen Wanderern fällt vor allem der Feuersalamander auf. Der Schwarzstorch und der Uhu sind weitere Spezies, die hier beheimatet sind. Zu den geschützten Pflanzenarten gehören die Besenheide, die Weiße Pestwurz und der Echte Seidelblast.

Der Nationalpark Bükk – Ein Traum für Naturbegeisterte

Im Norden Ungarns befindet sich der Nationalpark Bükk, der 1977 gegründet wurde und mit einer Fläche von über 430 Quadratkilometern der größte Nationalpark Ungarns ist. Hier dominiert das Bükk-Gebirge mit dem höchsten Punkt beim Istállós-Felsen. Der grösste Teil des Nationalparks wird durch Waldgebiete bestimmt. Die unglaubliche Vielfalt der Flora und Fauna, die aufgrund der klimatischen Verhältnisse, die denen der Alpen ähneln, hier herrscht, begeistert vor allem Naturfreunde. Während auf den Wiesen des Bükk Plateaus noch endemische Rassen leben, haben sich in den nördlich liegenden Schluchten des Bükkgebirges Restarten seit der Eiszeit erhalten. Hier sind vor allem die Insektenwelt und die artenreiche Schmetterlingsfauna hervorzuheben. Mehr als 22.000 verschiedene Tierarten sind im Nationalpark Bükk beheimatet. Dazu gehören streng geschützte Vogelarten wie der Würgfalke, der Schreiadler, der Schlangenadler, der Turmfalke und der Kaiseradler. Zu den geschützten Pflanzen gehört zum Beispiel die Vierteilige Mondraute. Aber auch eine exotische Orchideenart, der Frauenschuh, ist im Nationalpark Bükk zu finden.

Der Aggtelek-Nationalpark – Herberge zahlreicher Naturschätze

Im Nordosten Ungarns, an der Grenze zur Slowakei, trifft man auf den Nationalpark Aggtelek, in dem Wildschweine, Eurasische Luchse, Haubenmeisen, Wasseramseln und Östliche Kaiseradler leben. Der Park wurde im Jahre 1985 gegründet und verfügt über eine Reihe von Natur- und Kulturschätzen. Die Aggteleker Höhlen wurden 1995 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Dazu gehört die größte Tropfsteinhöhle Europas, die Baradla Höhle, welche 26 km lang ist. Der Aggtekek-Nationalpark ist ein Paradies für Schmetterlinge, Insekten und Vögel.