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Flüsse und Seen in Ungarn

690 km² der 93.030 km² Landesfläche von Ungarn entfallen auf Gewässer des Landes. Sicher eines der bekanntesten dieser Gewässer ist die Donau, auch Duna genannt, die einen Teil der Grenze zur Slowakei bildet. Bei Visegrád vollführt der längste Fluss Ungarns eine Wendung um 90°, um von da ab von Norden nach Süden zu fließen. Auf ihrem Weg nach Serbien durchquert die in Deutschland entspringende Donau neben Komárom, Esztergom und Baja auch die ungarische Hauptstadt Budapest.


Neben den Flüssen Drau (Dráva), Hernád, Mur und Raab (Rába) soll auch der zweitwichtigste Fluss Ungarns, die Theiß, nicht unerwähnt bleiben. Wie alle größeren Flüsse des Landes entspringt auch die Tisza, wie sie von den Ungarn genannt wird, nicht auf ungarischem Staatsgebiet. Viel mehr windet sie sich durch Ihr Ursprungsland, die Ukraine, und durchquert Ungarn, bevor sie sich unterhalb der serbischen Stadt Novi Sad mit der Donau vereinigt. Die Theiß ist übrigens nicht nur der zweitlängste Fluss Ungarns und der längste Nebenfluss der Donau – die Theiß war auch lange der fischreichste Fluss Europas. Umweltverschmutzung in großem Ausmaß hat jedoch dazu geführt, dass viele Fischbestände dezimiert und viele andere Wasserbewohner vertrieben wurden.

Im Jahr 1970 wurde die Theiß in der Puszta-Ebene angestaut, um das gefürchtete Theiß-Hochwasser aufzufangen. Der künstliche See erstreckt sich über eine Fläche von etwa 127 km². Allerdings ist er nur ungefähr 2-2,5 Meter tief und erwärmt sich in den Sommermonaten rasch. Am Ufer des Sees liegende Orte wie Karcag, Beregfürd? oder Tiszaval leben heute vom Tourismus: vor allem ungarische Urlauber betrachten den Theiß-See als willkommene Alternative zum von Touristen überlaufenen Plattensee.

Die Donau

Die Donau ©iStockphoto/Laser143

Der Plattensee, bei uns auch unter seinem ungarischen Namen Balaton bekannt, liegt im Westen Ungarns, wo die Landschaft etwas hügeliger und fruchtbarer ist. Er ist der größte See Mitteleuropas. Das 79 km lange und 7,8 km breite Gewässer ist mit seinen Stränden und Thermalquellen neben Budapest der Touristenmagnet schlechthin. Frisches Wasser erhält der Plattensee übrigens über seinen „kleinen Bruder“, den Kis-Balaton. Dieser „Kleine Plattensee“ gehörte früher selbst zum Balaton. Heute liegt er aufgrund des über Jahre gesunkenen Wasserspiegels etwas südwestlich davon und dient nicht nur als Wasserfilter des „großen Bruders“, er beherbergt auch unzählige seltene Pflanzen- und Tierarten.

Der Velencer See liegt ziemlich genau zwischen Balaton und Budapest. Obwohl er mit durchschnittlich 26-28°C als wärmster See Europas gilt und über einige Badeorte verfügt, ist er eher Einheimischen ein Begriff und Rückzugsort. Was die auf Touristen hoffenden Einheimischen stört, kommt dafür der Umwelt zugute: aufgrund der Abgeschiedenheit und streckenweise auch Unzugänglichkeit des Sees konnte hier eine ganz besondere Artenvielfalt erhalten werden. Das hier angesiedelte Vogelschutzgebiet ist nur mit Sondergenehmigung passierbar.

Der Neusiedler See ist nicht nur der größte See Österreichs, er gehört auch zu den größten Seen Ungarns. Wie auch die anderen ungarischen Steppenseen ist er relativ seicht und verfügt über einen großen Schilfgürtel, der vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und Nahrung bietet. Aber auch das milde, windige Klima trägt zum Artenreichtum und der Einzigartigkeit dieses Sees bei. Aus diesen Gründen fiel auch die Entscheidung der UNESCO, den Neusiedler See mitsamt des österreichischen Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und des ungarischen Nationalparks Fert?-Hanság zum UNESCO-Welterbe zu erklären.