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Budapests Umgebung

Die Umgebung von Budapest

Die ungarische Hauptstadt bietet kulinarische Köstlichkeiten und eine große Auswahl wunderschöner Sehenswürdigkeiten wie Kettenbrücke, Fischerbastei oder Parlament, so dass man fast vergessen könnte, wie wunderschön das Umland von Budapest ist. Doch dieses zu ignorieren wäre ein Fehler, denn auch hier gibt es viel zu sehen. Wunderschöne Städte, Burgen und Schlösser, dazu Naturdenkmäler wie die wildromantische Puszta oder die sprichwörtliche schöne blaue Donau warten darauf entdeckt zu werden. Da das ungarische Verkehrsnetz gut ausgebaut ist, lassen sich selbst entferntere Orte wie Eger (deutsch: Erlau), der Plattensee oder sogar die ehemalige KuK-Partnerhauptstadt Wien in Österreich problemlos als Tagesausflug realisieren. Der Budapest Besucher hat also die Qual der Wahl. Hier ein kleiner Überblick über verschiedene reizvolle Ausflugsziele, nur im Nahbereich.


Szentendre – Kunst und Kultur, Museen und Galerien

Das malerische Städtchen Szentendre ist nicht weit außerhalb von Budapest und wird geprägt von Kirchen, Museen, Gallerien und Cafés im Baustil des Barock. Im 17. Jahrhundert siedelten sich hier viele Serben an, die vor den einmarschierenden Türken geflohen waren. Sie gaben der Stadt den südlichen, mediterranen Charakter, der bis heute fortlebt und das Stadtleben prägt. Das von wunderschöner Architektur geprägte Stadtbild mit den gepflasterten Straßen und die pittoreske Stadtanlage haben über die Jahrhunderte viele Künstler nach Szentendre gezogen und auch heute noch ist die Stadt ein Mekka für Liebhaber von Kunst und Musik. Die beste Besuchszeit für diese ist das Sommer Festival Szentendre (Szentendrei Nyár), das jedes Jahr von Ende Juni bis Ende August abgehalten wird. Hier lockt ein reichhaltiges Angebot von Jazz und Folkmusik, Tanz und Theateraufführungen. Daneben gibt es mehrere sehenswerte Kunstmuseen und Galerien, so z.B. das Ferenczy Museum, das dem ungarischen Impressionisten gewidmet ist oder die Keramiksammlung von Margit Kovács. Doch auch für leibliche Genüsse ist gesorgt, so gibt es ein Marzipan- und ein Schokoladenmuseum.

Hinkommen: Szentendre liegt etwa 20 Minuten nördlich von Budapest. Am einfachsten kommt man mit dem Vorortzug hin (HÉV), einer Art S-Bahn. Startbahnhof ist die U-Bahnstation Batthány. Die Züge fahren häufig, etwa alle zehn bis 15 Minuten. Fahrkarten bekommt man an den Schaltern im Bahnhof. Alternativ kann man auch eine Fähre nehmen und auf der Donau nach Szentendre schippern. Die Fähren legen ab von den Anlegestellen Vigadó tér (Pest) und Batthyány tér (Buda). Schließlich und endlich kann man auch nach Szentendre radeln. Angebote hierzu gibt es z.B. in Form der „Szentendre Bike Tour“ von „Budapest Bike Breeze“, einer lokalen Fahrradvermietung und Tourenfirma.

Das Schloss von Gödöllő

Das Schloss wurde in den 1740er Jahren vom Salzburger Architekten Andreas Mayerhöffer für die ungarische Adelsfamilie Grassalkovich erbaut. Es ist ein einmalig schönes Schloss im Barockstil, das zweitgrößte Barockschloss der Welt! Als 1841 der letzte Spross der Familie Grassalkovich ohne Erben verstarb, wurde das Schloss zum Sommerpalais des herrschenden Königs von Ungarn erklärt. Königin Elisabeth (Sissi) verbrachte hier viel Zeit, da sie sich lieber in Ungarn aufhielt als in Österreich, nicht zuletzt, weil sie so auch etwas Distanz zu ihrem kaiserlichen Gemahl Franz Joseph schaffen konnte. 1945 übernahm die Rote Armee der Sowjetunion das Gebäude, dessen Zustand sich daraufhin bald rapide verschlechterte. Erst nach dem Fall des eisernen Vorhangs endete dieser beklagenswerte Zustand. Das Schloss wurde liebevoll renoviert, der obere und der untere Garten wurden ebenfalls neu und originalgetreu angelegt. Heute ist das Schloss von Gödöllő jeden Tag ein Magnet für hunderte Touristen aus der ganzen Welt.

Hinkommen: Am einfachsten kommt man mit Zügen der HÉV nach Gödöllő. Startbahnhof ist der Bahnhof Ors Vezér ter in Budapest. Dieser ist einfach zu erreichen, denn er ist die östliche Endstation der Metro Linie 2. Von Ors Vezér ter aus nimmt man die Linie H8 nach Gödöllő, nicht nach Csömor oder Cinkota. Die Züge fahren zwei mal pro Stunde, in Stoßzeiten doppelt so oft. Alternativ gibt es auch Möglichkeiten mit Zügen der MÁV oder dem Bus nach Gödöllő zu kommen.

Szentendre

Szentendre ©iStockphoto/alexivanov

Esztergom

Die Stadt Esztergom, der Sitz der Katholischen Kirche in Ungarn, ist eine der ältesten Städte des Landes. Die Basilika der Stadt, ein Meisterwerk des Klassizismus, ist die drittgrößte Kirche von Europa. Esztergom wurde im Jahre 972 gegründet und spielte seither eine wichtige Rolle in Ungarns Geschichte. Es war der Geburtsort und die Krönungsstätte des ersten Königs von Ungarn, Stephan I., genannt „Stephan der Heilige“. Bis zum 13. Jahrhundert war es die Hauptstadt des Königreichs, doch nach dem Mongolensturm verlegte König Bela IV. den Königssitz erst nach Visegrád und später nach Buda. Den Königspalast von Esztergom übergab er dem Erzbischof und machte die Stadt damit zu einem Zentrum der Religion.

Deshalb sind heute die meisten historischen Stätten und die architektonischen Sehenswürdigkeiten religiöser Natur, so z.B. der Palast des Primas, das Franziskanische Kloster sowie diverse Kirchen und Kapellen. Attraktiv für die Besucher sind die Überreste des ehemaligen Königpalasts, türkische, klassizistische und barocke Bauten sowie die gewaltige Basilika. Die neueste Attraktion ist die Mária Valéria Brücke, welche die Stadt über die Donau hinweg mit der Slowakei verbindet. Esztergom hat aufgrund seiner Geschichte und seiner kirchlichen Prägung die Beinamen „Stadt Stephan des Heiligen“ oder auch „Ungarisches Rom“. Hinkommen: Siehe Donauknie.

Das Donauknie

Bevor die gewaltige Donau Budapest erreicht, weitet sie sich erst, dann fließt sie zwischen Hügeln hindurch und wendet sich durch ein enges Tal gen Süden. Das malerische Donauknie (Dunakanyar) war auch strategisch bedeutsam und spielte deshalb eine wichtige Rolle in der Geschichte Ungarns. Die am westlichen Ufer gelegenen Städte Szentendre, Esztergom und Visegrád gehören alle zu den ältesten Siedlungen des Landes. Die drei Städte sind beliebte Ziele für Touristen und werden oft gemeinsam besucht. Das Ostufer hat weniger Sehenswürdigkeiten und Besucher, doch sind die Stadt Vác, die botanischen Gärten von Vácrátót sowie die charmanten Orte Nagymaros und Zebegény auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch der Duna-Ipoly-Nationalpark in der Nachbarschaft des Donauknies mit den Gebirgen Pilis und Börzsöny ist sehenswert. Hier finden Naturfreunde eine reiche Tier- und Pflanzenvielfalt vor.

Das Donauknie erreicht man besonders angenehm, entspannt und pittoresk mit Linienbooten von Budapest aus. Es gibt unter anderem folgende Linien:
Budapest (Vigadó tér) – Szentendre
Budapest (Vigadó tér) – Visegrád
Budapest (Vigadó tér) – Vác
Budapest (Vigadó tér) – Esztergom
Die größte Reederei heißt „Mahart Passnave“ Passagierschifffahrt. Sie betreibt Fähren, Linienschiffe inklusive Tragflügelboote und Ausflugsschiffe. Mehr Informationen zu Fahrplänen, Preisen, Strecken und Diensten gibt es auf ihrer Website unter www.mahartpassnave.hu.

Das Weinland von Etyek und Buda

Im 18. Jahrhundert wurde Buda zu einem wichtigen Zentrum des Weinanbaus. Das Weinland erstreckt sich heute südlich von Buda. Das Dörfchen Etyek ist im Zentrum der Weinregion. Hier ist das Klima etwas kühler, was den Anbau von Weißweinen begünstigt. Besonders bekannt ist die Region für ihre Schaumweine, z.B. Sekte der Kellerei Törley. Mit zunehmendem Erfolg werden hier auch frische, duftige, elegante Weißweine gekeltert, die internationale Anerkennung finden. Am häufigsten wird Chardonnay angebaut, gefolgt von Savignon Blanc, Riesling, Szürkebarát (Pinot Gris/Grauburgunder) and Olaszrizling (Italienischer Riesling).
Aufgrund der Nähe zu Budapest ist das Weinland von Etyek-Buda ein perfektes Ziel für Tagesausflüge. Man kann auf eigene Faust die Region erkunden und hier und da ein Glas Sekt verkosten. Es gibt viele kleine Weingüter in Familienbesitz, die ihre Kellertüren gerne für Besucher öffnen. Fast jeder Einwohner des Dorfs hat irgendeine Verbindung zum Weinanbau. Besonders reizvoll ist ein Besuch des Kellerfests von Etyek im Mai. Zu jeder Zeit kann man sich außerdem einer geführten Weinprobentour anschließen.

Der Korda Filmpark in Etyek

Etyek wird von Einheimischen auch manchmals als ungarisches Kalifornien bezeichnet, denn es ist „Napa Valley“ und „Hollywood“ von Ungarn in einem. Etyek ist nämlich nicht nur bekannt für seinen Wein, sondern mit seinem „Korda Filmpark“ auch für das Drehen von Filmen. Zwar ist der Park lange nicht so groß wie das echte Hollywood in den USA, aber er ist doch sehenswert und aufgrund der Nähe zu Budapest ideal für einen Tagesausflug. Im Korda Filmpark wurden Dutzende ausländische Filme und Fernsehsendungen gedreht, darunter internationale Produktionen wie „Hellboy II – The Golden Army“, „World Without End“ oder „Die Borgias“. Die ungarische Filmindustrie verdankt ihren Boom der Schwäche des Forint, Steueranreizen der Regierung und der guten Filminfrastruktur.
Der Korda Filmpark bietet einmalige geführte Touren in die Welt des Films an. Es gibt Ausstellungen mit interaktiven Shows über das Film- und Showgeschäft. Der Park ist den Gebrüdern Korda gewidmet, Alexander, Zoltán und Vincent. Diese waren in den 30er und 40er Jahren internationale Filmmogule, die im Aufbau der britischen Filmindustrie eine wichtige Rolle spielten und ihre Expertise dann nach Ungarn brachten. Der Park erzählt ihre Geschichte, einschließlich der Verbindungen nach Hollywood mit seinen Stars.

Hinkommen: Am besten kommt man nach Etyek mit dem Auto über die Autobahn M1 bis zur Ausfahrt Biatorbágy. Etyek ist das nächste Dorf nach Biatorbágy. Von den Bahnhöfen Széna tér und Kelenföldi Pályaudvar aus gibt es direkte Busse nach Etyek.

Die Puszta

Eine Reise in eine ganz andere Welt ist ein Tag in der Puszta. Wenn Etyek auf einmal das Napa Valley und das Hollywood Ungarns ist, ist die Puszta der Wilde Westen, inklusive Cowboys, Pferden und Rindern. Nur das Essen ist vielleicht noch besser als im echten Wilden Westen! Ein Ausflug in die Puszta empfiehlt sich als geführte Tour. Es gibt diverse Anbieter, die alle relativ ähnliche Touren mit dem Reisebus im Programm haben. Z.B. geht es erst in die Barockstadt Kecskemét, rund 80 km südöstlich von Budapest. Es gibt einen Rundgang durch die sehenswerte Altstadt mit ihrem Marktplatz, dem berühmten Rathaus, dem Theater und diversen Kirchen. Nach dem Stadtrundgang geht es dann weiter zu einem traditionellen ungarischen Bauernhof in der Puszta. Zunächst wird hier die Gruppe von den Pferdehirten begrüßt, dann gibt es den berühmten ungarischen Willkommenstrunk „Barack Pálinka“, einen aromatischen Aprikosenschnaps, dazu „Pogácsa“, in österreichischem Deutsch „Grammerlpogatscherl“, ein Gebäck aus mit Wein oder Rahm verfeinertem Hefeteig mit Grammerln (Grieben). Danach gibt es eine Kutschfahrt durch die Puszta, begleitet von Reitern. Als nächstes zeigen die Viehhirten bei einer Vorführung mit den Pferden ihr Können. Einige der typischen Übungen sind tatsächlich zirkusreif und entsprechend atemberaubend. Nach der Vorführung gibt es dann in der Regel ein reichhaltiges Mittagessen, bei dem ungarischer Kesselgulasch (Pörkölt) nicht fehlen darf. Begleitet wird das Mittagsmahl von der typischen Zigeunermusik. Oft kann man nach dem Essen unter Aufsicht und Anleitung der Hirten die Pferde reiten, bevor es wieder zurück nach Budapest geht.

Ein kleiner Tipp: Zwar sind solche Touren recht touristisch, man bekommt aber immerhin einen kleinen Eindruck vom früheren Leben in der Puszta, deswegen sind sie trotz allem zu empfehlen.