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Ungarische Küche

Mehr als Paprika, Gulasch und Salami! Die ungarische Küche ist eine Mischung aus traditionellen Bauern- und ungarischem Hochadelgerichten verfeinert mit französischer Finesse, die durch die Österreicher ins Land gebracht wurde, verbunden mit einem ordentlichen Schuss an türkischem (osmanischen) Einfluss.


Dadurch hat die ungarische Küche viel zu bieten und jeder findet etwas für sich, vor allem abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Es lohnt sich oft einen langen Weg in Kauf zunehmen, um „beim Volke“ zu sitzen. Es gibt sehr gute Gasthöfe (Csardas), in denen auch noch heute die deftigen Suppen im Kupferkessel gekocht werden und zu Musik und Tanz gereicht wird. Das Testen der berühmten Gulasch- oder der Fischsuppe ist eine absolute Pflicht. Hier stimmen nicht nur das Essen und der Preis, hier stimmt auch das Ambiente.

Die regionalen landschaftlichen Unterschiede sind in Ungarn sehr groß. Deshalb ist die Küche in den Regionen auch sehr unterschiedlich. Einerseits Weidehaltung und Gemüseanbau und andererseits dann der Fisch aus dem Plattensee.

Balaton-Region

Aus der Balaton-Region kennt man erstklassige Gerichte, hergestellt aus den Süßwasserfischen wie den Karpfen, Zander, Stör, Hecht und den Wels. Die Bakony – Berge beliefern die Küche mit einem Reichtum an Wild und Pilzen.

Szeged und Kalocsa

Das Gebiet um Szeged und Kalocsa sind Ungarns „Kornkammern“ des Papikas. Ein oft gekochtes Gericht aus dieser Gegend ist die boullabaise-ähnliche Szegediner Fischsuppe, die mit Paprika gewürzt ist.

Ostungarische Tiefebene

Aus dieser Tiefebene haben die Deberciner Würtschen (Bratwurst) ihren Ursprung. Hier werden den Gerichten viel Kräuter wie Dill, Majoran, Estragon, Rosmarin und Thymian beigegeben.

Unbedingt probieren muss man auch die regionsunabhängigen Spezialitäten Ungarns wie: Gänseleber (gebraten oder gegrillt, warm oder kalt gereicht), Palatschinken, Paprikahuhn, Forelle mit Mandeln und den Hechtbarsch am Rost, Bableves (Bohnensuppe) und Lescó (Gemüsegericht aus Tomaten, Paprika und Zwiebeln).

Die ungarische Küche verwendet viel Schweine- und Gänseschmalz sowie Sauerrahm und frisches Gemüse. Das Gemüse wird jedoch meist in gekochter Form angeboten. (Den meisten Gerichten macht es jedoch absolut nichts aus, wenn man Schmalz durch Pflanzenöl ersetzt.) Frische Früchte wie Melonen, Pfirsiche, Himbeeren, Kirschen und Aprikosen bereichern die ungarische Küche.

Die zentrale Rolle beim Würzen nehmen die Paprika (Pulver, frisch oder püriert) und der Sauerrahm ein. Dies findet auch Eingang in die Gulaschsuppe. Man kann die Gulaschsuppe ruhig als ein Nationalgericht bezeichnen. Bestellt man in Ungarn Gulasch, so erhält man eine Fleischsuppe mit Zwiebeln, Gemüsen und Kartoffeln. (Was man in Deutschland unter Gulasch versteht (Ragout aus Fleisch und Pilzen) wird in Ungarn „pörkölt“ genannt.

Eine besondere Spezialität, die viele Ungarn selber produzieren und die man im Sommer überall in den Straßen sieht, sind die eingelegten Salzgurken. Die Gurken liegen in der Sonne, damit die natürliche Milchsäuregärung einsetzen kann und damit für die Haltbarkeit sorgt.

Ungarischer Gulasch

Ungarischer Gulasch ©iStockphoto/Elzbieta Sekowska

Eine Salami sollte man sich für unterwegs einpacken. Sie kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit genießen sowohl pur als auch auf Brot. Oft findet man sie auch als Suppeneinlage.

Ungarische Süßspeisen

Mit Genuss lassen sich die ungarischen Back- und Süßwaren genießen. Hierzu zählen Palatschinken (süßer Pfannkuchen), Schomlauer Nockerln (Biskuit mit Nüssen, Rosinen, Rum, Schokoladensoße und Schlagsahne), Dobostorte, Gerbaudschnitten, Kastanienpüree oder Esterházytorte. Auch die Obstsuppen aus Kirschen oder Himbeeren sind eine Versuchung wert und an den Strudeln kommt man nicht vorbei ohne sie zu kosten.

Ungarischer Wein

Ungarn ist ein neben Deutschland und Frankreich ein ideales Weinanbaugebiet und eines mit Tradition. Unter dem Kommunismus hat der Anbau sehr gelitten, doch findet er jetzt wieder zur alten Blüte zurück, die legendären Klassikern kommen wieder zu
Weltruhm: Blaufränkisch in Sopron (Rotwein), Bikavér in Eger oder Carbernet aus Villány.

Eger und Tokaj-Hegyalja

Die Erlauer Mädchentraube (Weißwein) und die bekannten Rotweine Erlauer Stierblut wachsen an den Berghängen um Eger. Der Tokajer (Tokajer Aszú aus der weltberühmten Weingegend Tokaj-Hegyalja) ist ein fruchtiger Dessertwein, der auch der Wein der Könige genannt wird. (Diesen Beinamen erhielt durch den Sonnenkönig, der diesem Wein oft seinen Vorzug gab.)

Mátraalja

Die Weingegend Mátraalja liefert die bekannten Weißweine: Lindenblatt, Welschriesling, Grauer Mönch und Chardonnay und seit Jahrhunderten sind die Rotweine aus dem Weingebiet von Szekszárd einmalig.

Puszta, Badacsony, Balaton-Felvidék und Somló

Die Sandweine aus der Tiefebene sind als leichte Rot- und Weißweine geachtet und den Weinbaugebieten Badacsony, Balaton-Felvidék und Somló verdanken wir die Schätze an eleganten und fruchtigen Weinen wie Blaustängler, Grauer Mönch und Welschriesling.

Villány-Siklós

Sehr ausgeglichene Weißweine gedeihen im Weingebiet Villány-Siklós ebenso gut wie die bekannteren Rotweinsorten Opporto, Kadarka und Merlot.