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Badehäuser und Wellness in Budapest

Budapest ist nicht nur die Hauptstadt Ungarns, mit seinen über 120 Thermalquellen gebührt ihm wohl auch der Titel Wellness-Hauptstadt. In keiner anderen Stadt der Welt findet sich eine solche Dichte an Thermalbädern, die neben ihrer heilenden Wirkung auch noch architektonische Qualität aufweisen. Denn viele der Badehäuser haben eine bewegte Geschichte und vereinen in ihrer Architektur die verschiedensten Stilepochen. Schon die Römer erkannten die Wirkung der Quellen, und errichteten an der Stelle, an der sich heute Budapest befindet die Siedlung Aquincum, in der es zahlreiche römische Badehäuser gab. Einen weiteren Höhepunkt erfuhr die Badekultur während der Besetzung durch die Osmanen. Viele heute noch erhaltene Badehäuser stammen teilweise aus dieser Zeit. Im Jahr 1930 erhielt Budapest offiziell den Titel „Badestadt“.


Die Quellen unter der Stadt speisen über 20 Bäder, in denen es neben den normalen Schwimmbecken auch immer mehrere Heilbecken mit unterschiedlichen Wasserzusammensetzungen und Temperaturen gibt. Die Quellen enthalten unter anderem Schwefel, Brom, Radium oder Glaubersalz und sind für die Behandlung verschiedenster Krankheitszustände geeignet. Aber die Thermalbäder der Stadt dienen natürlich nicht nur Therapiezwecken. Die Baukunst vergangener Zeiten hat paradiesische Oasen für alle Sinne geschaffen. Marmorsäulen, Kuppeldächer aus Glas und schillernde Fliesenornamente entführen die Besucher in eine andere Dimension.

Das schönste und bekannteste Bad der Stadt ist wohl das Gellért Heilbad mit dem gleichnamigen angeschlossenen 4-Sterne Hotel. Heisse Thermalbäder mit einer Temperatur von bis zu 36°, das Sprudelbad und das Freibad laden zum Verweilen ein. Das Gebäude wurde 1918 erbaut und vereint Jugendstil, orientalische Elemente und ungarische Volkskunst. In dieser Umgebung fällt das Entspannen leicht, denn alle Sinne werden angesprochen. Viele Wellness-Angebote wie Thai-Massage, Sauna, Solarium, Liegebetten und ein Dampfbad runden das Angebot ab. Auch wassertherapeutische Anwendungen unter ärztlicher Aufsicht sind möglich. Bei schönem Wetter lockt die Aussenanlage. Mehrere Becken, darunter ein Kinderbecken und ein Wellenbad liegen in der grosszügigen Parkanlage. Das Wellenbad wurde 1927 eröffnet und war das erste überhaupt in Europa.

Das Lukács Heilbad ist berühmt für seine Trinkhalle, in der schwefelhaltiges Wasser zur Behandlung von Magen-Darm Beschwerden aus den Hähnen fliesst. Die Aussenbecken im Hof des Bäderkomplexes gelten seit den 50er Jahren als Treffpunkt für Künstler und Schriftsteller. In mehreren Becken, die in einem schönen Kurpark mit altem Baumbestand liegen, befinden sich Sprudeldüsen, Geysire und Nackenduschen. In der physiotherapeutischen Abteilung des Heilzentrums sind verschiedenste Anwendungen wie Schlammbehandlung, Unterwassertraktionsbad und Kohlensäurebad möglich. Das Wasser ist aufgrund seiner Zusammensetzung indiziert bei Problemen mit den Gelenke.

Badehaus in Budapest

Badehaus in Budapest ©iStockphoto/totalpics

Einer der grössten Bäderkomplexe Europas ist das in den 20er Jahren erbaute Széchenyi Heilbad. Auch hier gibt es eine Trinkhalle und
diverse Innen- und Aussenbecken. Das Wasser des Bades stammt aus den tiefsten und heissesten Thermalquellen der Stadt und ist besonders geeignet bei Rheuma, Gelenk- und Nervenentzündungen.

Direkt am Fusse des Berges Gellért liegt das älteste Badehaus Budapests. Das Rudas Heilbad wurde um 1550 während der türkischen Besetzung erbaut und ist beispielhaft für die morgenländische Architektur. Unter der hohen Glaskuppel liegt ein achteckiges Becken mit 36° Wassertemperatur. Rundherum befinden sich mehrere kleine Heilbecken mit unterschiedlichen Wassertemperaturen, die von 28° bis 42° reichen. Das radioaktive, fluoridhaltige Quellwasser bietet sich für Behandlungen von Erkrankungen des Bewegungsapparates an. Das Rudas Bad wurde erst vor 2 Jahren für Frauen geöffnet, nachdem ihnen seit 1936 der Zutritt verwehrt war. Auch das Király Bad bietet orientalisches Flair, denn es stammt aus der gleichen Zeitperiode wie das Rudas Bad, und ist in seinen Grundstrukturen erhalten geblieben. Es wird aus den Quellen gespeist, die sich unter dem Gebiet des Lukács Bad befinden. Verschiedene Anwendungen wie Fussmassage, finnische Sauna, Dampfbad und Unterwassermassage werden hier im Wellnessbereich angeboten.

Die Badehäuser bieten teilweise nach Geschlechtern getrennte Öffnungszeiten, denn Badekleidung ist nicht immer Standard. Unbeschwert von allen textilen Hüllen bleiben Männer bzw. Frauen dann unter sich und können das Flair der türkischen Dampfbäder nachempfinden. Im Rudas Bad gibt es auch Öffnungzeiten speziell für Familien.

Natürlich gibt es auch Freibäder in Budapest. Besonders viel Wasservergnügen bietet das Romái. Schon in frühen Zeiten wurden die besonderen Wasserkräfte, die hier aus dem Boden kommen, genutzt. Bei Ausgrabungen fand man die Überreste eines alten römischen Heiligtums. Heute gibt es hier ein wahres Wasserparadies, das sich besonders für Familien mit Kindern empfiehlt. Auf den über 2000 qm Wasserfläche finden sich Wasserrutschen, Sprudelwände und Klettergerüste. Auch eine finnische Sauna kann genutzt werden. Mitten in der Donau liegt die Margaretheninsel. Auch hier entspringen Quellen in der Tiefe, deren heilsames Wasser u.a. im Palatinus, dem Freibad der Insel genutzt wird. Im Naturschutzgebiet am Donaustrand gelegen, befinden sich 11 Becken, darunter Heilbäder, Rutschbecken und ein Wellenbad. Auch Hotels gibt es auf der Insel, das Grand Hotel Margitsziget und das Thermal Hotel liegen beide in der ruhigen, idyllischen Parklandschaft der Insel. Nur wenige Minuten vom Zentrum Budapests entfernt, aber weitab von Hektik und Grosstadtlärm werden hier alle gängigen Wellness-Specials angeboten, die auch in den grossen Bäderkomplexe zu finden sind.

Budapest bietet alles was einen entspannten Wellness-Urlaub ausmacht. Die Schönheit der Stadt und die geschichtsträchtigen Badehäuser in ihrer vielfältigen Auswahl lassen keine Wünsche offen.