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Kunst und Kultur in Ungarn

Was haben Ephraim Kishon, Calvin Klein, Estée Lauder, George Tabori und Béla Bartók gemein? Natürlich, sie alle sind bzw. waren sehr erfolgreiche, weltweit bekannte Menschen. Aber wussten Sie auch, dass sie alle aus Ungarn stammen?


Nicht nur politisch gesehen kann Ungarn auf ein reiches Erbe verweisen. Viele Töchter und Söhne des Landes sind oder waren erfolgreiche Filmemacher oder Schauspieler, Musiker oder Literaten, Maler oder auch Fotografen. Schon wenn man nach Hollywood, das Synonym für weltweit erfolgreiches Kino, blickt, trifft man auf die ersten großen Stars ungarischer Herkunft: Tony Curtis und Leslie Howard, Adrian Brody und Zsa Zsa Gabor. Übrigens: Auch Max Reinhardt, einer der Mitbegründer der Salzburger Festspiele und langjähriges Mitglied Berliner Ensembles war gebürtiger Ungar. Der wohl bekannteste ungarische Schauspieler ist aber Bela Lugosi, der an ungarischen Theatern den sinnlich-romantischen Helden gab und gleichzeitig der erste Graf Dracula der Filmgeschichte war.

Schon seit Jahrhunderten machen auch ungarische Musiker und Komponisten immer wieder auf sich aufmerksam. Zu den bekanntesten unter ihnen zählen beispielsweise der Romantiker Franz Liszt oder der durch seine Operetten unsterblich gewordene Franz Lehár. Aber auch Namen wie Imre Kálmán, Leó Weiner, Ernst von Dohnányi, Béla Bartók oder György Ligeti sind in der Welt der Musik nicht unbekannt. Und spätestens seit der Verleihung des Literaturnobelpreises an Imre Kertész im Jahr 2002 erinnert sich die Welt auch wieder daran, dass Ungarn eine ganze Reihe bemerkenswerter Literaten und Romanciers vorgebracht hat. Den Wahl-Wiener Franz Molnár, beispielsweise, dessen Stück „Liliom“ unter der Titel „Carousel“ zu den meistgespielten am Broadway gehört. Oder Ephraim Kishon, den Satiriker und Journalisten, der in seinen Stücken, Geschichten oder Drehbüchern immer wieder auch Israel und den zum Teil recht absurden Alltag dort thematisierte.

Kunst in Ungarn

Kunst in Ungarn ©iStockphoto/wrangel

In den letzten Jahren wuchs auch wieder das internationale Interesse an Sándor Márai, dessen dichte, eindringliche Romane heutzutage schon fast kultisch verehrt werden. Zu den wichtigsten Vertretern der neuen ungarischen Literatur zählt Péter Esterházy. Der Spross der bekannten Esterházy-Dynastie ist nicht nur Mathematiker und liberaler Denker, sondern auch ein hoch geschätzter Gegenwartsautor.

Getreu dem Motto „Der Prophet im eigenen Land gilt nichts“ fanden ungarische Maler lange Zeit nur im europäischen Ausland Anerkennung und Anstellungen. Erst mit Miklós Barabás, einem Portraitmaler im 19. Jahrhundert, änderte sich dieser Zustand. Lange Zeit dominierten Natur- und Historienmalerei das Schaffen der ungarischen Künstler. Seit den 1960er Jahren finden sich aber auch vermehrt internationale, abstrakte und realistische Einflüsse. Einer der wichtigsten zeitgenössischen Maler der Gegenwart ist der u.a. in Deutschland lebende László Lakner. Zu den weltweit besten Fotografien zählen die Werke von André Kertész und Péter Nádas.